Du rekrutierst nur die „Reste“, wenn du nicht über Social Media rekrutierst
- Kasra Rahmani
- 13. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Viele Unternehmen verlassen sich immer noch auf Jobportale, Stellenbörsen oder klassische Inserate in der Hoffnung, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Doch die Wahrheit ist unangenehm: Wer nicht über Social Media rekrutiert, erreicht nur einen Bruchteil des Marktes. Und dieser Bruchteil besteht meistens aus Personen, die aktiv suchen - also jene, die unzufrieden, arbeitslos oder im Umbruch sind.
Die besten Talente findest du dort selten. Denn Top-Fachkräfte sitzen im Job. Sie suchen nicht aktiv. Sie aktualisieren nicht täglich ihr Profil. Und sie scrollen sicher nicht durch Jobbörsen, um „mal zu schauen“.
Wer heute nicht über Social Media rekrutiert, rekrutiert im schlimmsten Fall nur die „Reste“ - während andere sich die echten Talente sichern.
1. Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht – und die Schweiz zeigt das Extrembeispiel
Der Arbeitsmarkt besteht aus zwei Gruppen:
aktive Kandidaten (ca. 20–30 Prozent)
passive Kandidaten (70–80 Prozent)
Die passiven Kandidaten sind jene, die im Job sind, Leistung bringen und zufrieden wirken, aber offen wären, wenn ein stärkeres Angebot kommt.
Und nun kommt der entscheidende Punkt für die DACH-Region - besonders für die Schweiz:
In der Schweiz liegt die Arbeitslosenquote seit Jahren unter 3 Prozent. Das bedeutet wirtschaftlich betrachtet: Vollbeschäftigung.
Wenn ein Land Vollbeschäftigung hat, heisst das ganz einfach: Niemand wirklich Qualifiziertes sitzt zuhause und wartet auf Jobs.
Das heisst auch:
hochqualifizierte Leute sind nicht auf Jobportalen
sie sind nicht aktiv suchend
sie kommen nicht von alleine
sie müssen aktiv angesprochen, begeistert, überzeugt – und oft abgeworben werden
Und genau das passiert nicht, wenn man nur klassische Rekrutierungskanäle nutzt.
In einem Markt mit Vollbeschäftigung ist Recruiting kein Auswahlprozess, sondern ein Wettbewerbsprozess. Du bewirbst dich nicht um Kandidaten - du konkurrierst um sie.
Und wer auf Social Media nicht sichtbar ist, existiert in diesem Wettbewerb schlicht nicht.
2. Jobportale zeigen nur die Spitze des Eisbergs
Jobplattformen haben einen entscheidenden strukturellen Nachteil: Sie zeigen nur an, wer aktiv sucht.
Das bedeutet:
Dich bewerben eher Menschen, die unzufrieden sind
Du ziehst Kandidaten an, denen nach Wochen niemand zugesagt hat
Du kämpfst mit hunderten anderen Arbeitgebern um denselben kleinen Pool
Du bekommst selten die Fachkräfte, die eigentlich gefragt sind
Recruiting allein über Jobportale bedeutet: Du angelst nur im kleinen Pfützenrand, während Social Media der Ozean ist.
3. Social Media rekrutiert dort, wo Menschen wirklich sind
Menschen sind jeden Tag online - auf LinkedIn, Instagram, TikTok oder Facebook. Nicht, weil sie einen Job suchen. Sondern weil sie Inhalte konsumieren, Netzwerken, lernen oder einfach scrollen.
Und genau das macht Social Media so mächtig:
Du erreichst Fachkräfte in ihrem Alltag, nicht nur in Job-Suchphasen.
Abends auf der Couch
Zwischen zwei Meetings
Beim Scrollen durch Stories
Beim Anschauen eines Reels
Beim Lesen eines spannenden LinkedIn-Posts
Ein relevanter Beitrag, ein starkes Recruiting-Video oder eine gute Ad kann den entscheidenden Gedanken auslösen: „Hm… eigentlich wäre ich offen für etwas Neues.“
4. Der wahre Vorteil: weniger Konkurrenz
Auf Jobportalen konkurrierst du mit allen - vom lokalen KMU bis zum globalen Konzern. Auf Social Media dagegen:
baust du eine eigene Arbeitgebermarke auf
wirbst du mit deiner Persönlichkeit, deinem Team, deiner Kultur
erreichst du Talente, bevor sie sich aktiv umschauen
trittst du nicht in eine Auktionsschlacht ein, bei der Budget gegen Budget gewinnt
Viele Unternehmen sind noch nicht dort aktiv - ein Vorteil, den du nutzen kannst.
5. Der gefährlichste Irrtum: „Wir finden auch so genug Bewerber“
Kurzfristig mag das stimmen. Langfristig verliert jedes Unternehmen, das Social Media ignoriert:
Fachkräftemangel verschärft sich
Aktiv suchende Kandidaten werden weniger
Passive Talente bekommst du nie zu Gesicht
Die Konkurrenz baut Employer Branding auf, während du still bleibst
Was heute noch funktioniert, bricht morgen ein.
Ein Unternehmen, das nicht sichtbar ist, existiert nicht - weder für Kunden noch für potenzielle Mitarbeitende.
Fazit
Recruiting nur über Jobportale bedeutet: Du bekommst nur die Bewerbungen, die übrig bleiben. Nicht die, die dein Unternehmen nach vorne bringen würden.
Die besten Talente scrollen nicht durch Stellenanzeigen, sie scrollen durch Social Media.
Wenn du nicht dort bist, bist du raus.
